VR Payment kooperiert mit Zahlungs-Fintech Green Banana

VR Payment kooperiert mit Zahlungs-Fintech Green Banana – FinanceFWD

Das „Buy now, pay later“-Start-up Green Banana wird künftig in die Lösung von VR Payment integriert. Händler, die den Zahlungsdienstleister der Volksbanken nutzen, können den Payment-Orchestrator einsetzen.

VR Payment, der Zahlungsdienstleister der Volksbanken, arbeitet künftig mit dem Frankfurter Anbieter Green Banana zusammen. Gründer Cihan Duezguen hat einen sogenannten Orchestrator für die Zahlungsart „Buy now, pay later“ entwickelt. Über eine Schnittstelle des Start-ups werden verschiedene Anbieter für Rechnung- und Ratenkauf gebündelt, dazu zählen etwa Player wie Ratepay oder Svea.

Künftig integriert VR Payment die Schnittstelle von Green Banana in seinem Angebot, sodass Händler sie anbinden können. „Internationale Expansion und unterschiedliche Zahlungsgewohnheiten erfordern flexible Zahlungsmodelle“, lässt sich VR-Payment-CEO Carlos Gómez-Sáez zitieren. Dafür habe man Green Banana als Partner gefunden. Über die Lösung lassen sich beispielsweise „Buy now, pay later“-Anbieter in 25 europäischen Ländern nutzen. Dabei richtet sich das Fintech vor allem an Händler mit internationalem Fokus.

BNPL ist in Deutschland der Rechnungskauf in neuem Gewand und in Skandinavien oder den Niederlanden oft der Standard an der Kasse. Wer als Händler über die Grenze verkauft, kann nicht einen einzigen Ratenanbieter hinterlegen und hoffen, dass die Conversion stimmt. Genau das orchestriert Green Banana: eine Schicht, die Ratepay, Svea und andere je nach Land, Warenkorb und Risiko zuordnet, ohne dass der Shop jede Anbindung selbst baut. Für VR Payment, das die Akzeptanz der Volksbanken bündelt, ist das die fehlende internationale Klaviatur. Die Genossenschaftsbank vor Ort bleibt lokal, der Händler im E-Commerce nicht.

Gestartet wurde die Firma von Cihan Duezguen, der in der Payment-Welt gearbeitet hat, unter anderem bei Worldpay und Paydirekt. Zuletzt war er beim Open-Banking-Fintech Ivy beschäftigt. Nun gründet er Green Banana mit Dimitri Archatow, den er von Paydirekt kennt. Im Gründungsteam befinden sich außerdem Amran Khalid und Taylan Ayik. Für den Start hat die Firma eine Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro eingesammelt. Als Investor und Mitglied des Beirats ist der N26-Co-CEO und Payment-Experte Marcus Mosen mit an Bord.

Zwei Millionen Euro sind in Payment kein Kriegskasse-Niveau, aber genug für Schnittstellen, Lizenzen und den langen Atem, den Händleranbindungen brauchen. Mosen als Beirat signalisiert der Szene, dass hier jemand sitzt, der Acquiring, Risiko und Banklizenz-Logik kennt. Gómez-Sáez’ Satz über Expansion und Zahlungsgewohnheiten ist die höfliche Fassung eines härteren Befunds: Ohne Rechnungskauf in den richtigen Märkten verliert der deutsche Händler den Warenkorb an Plattformen, die BNPL schon eingebaut haben.

Für die Volksbanken ist die Partnerschaft ein Stück Emanzipation vom Vorwurf, im E-Commerce nicht mit internationalen Acquirern mithalten zu können. Gómez-Sáez kauft keine eigene BNPL-Bank, er kauft eine Steckdose. Duezguen kennt Worldpay, Paydirekt und Ivy – also Großtechnik, deutsche Giro-Logik und Open Banking. Zwei Millionen Euro Startkapital plus Mosen im Beirat sollen reichen, damit die Steckdose nicht bei der ersten Lastspitze schmilzt. 25 Länder klingen nach Plattform; geliefert wird in der Integration bei VR Payment.

Die Kooperation macht aus einem Frankfurter Orchestrator einen Vertriebskanal in die Fläche der Volksbanken. Nicht jeder Sportverein braucht Svea in 25 Ländern. Der Mittelständler, der nach Österreich, in die Niederlande oder nach Norden verkauft, schon. Green Banana liefert die Rohre, VR Payment die Rohre in den Händlerstamm. Buy now, pay later bleibt umstritten, weil es Konsum auf Pump normalisiert. Als Infrastruktur an der Kasse ist es trotzdem gesetzt. Wer sie orchestriert, statt sie zu predigen, gewinnt den Händler – und den nächsten Checkout im genossenschaftlichen Netz. Für Duezguen ist die VR-Payment-Anbindung der Sprung aus der Startphase in die Fläche.