Klarna schreibt schwarze Zahlen – und das Abo-Geschäft explodiert

Klarna schreibt schwarze Zahlen – und das Abo-Geschäft explodiert – FinanceFWD

Ein Jahr nach dem Börsengang liefert Klarna ab: Der schwedische Payment-Konzern meldet für das zweite Quartal erstmals einen Nettogewinn, 27 Prozent Umsatzwachstum – und ein Abo-Geschäft, das sich binnen eines Jahres verachtfacht hat.

Lange galt Klarna als Paradebeispiel für die Exzesse der Fintech-Boomjahre: hohe Bewertung, hohe Verluste, hartes Reset. Die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 erzählen eine andere Geschichte. Das an der New Yorker Börse notierte Unternehmen meldet ein Nettoergebnis von neun Millionen Dollar – nach einem Verlust von 53 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Auch operativ steht mit 27 Millionen Dollar ein positives Ergebnis, bereinigt sind es 91 Millionen Dollar, ein Plus von 214 Prozent.

Das Wachstum dahinter ist breit: Das Handelsvolumen (GMV) stieg um 18 Prozent auf 36,6 Milliarden Dollar, der Umsatz um 27 Prozent auf gut eine Milliarde Dollar. Mehr als 120 Millionen Konsumenten haben Klarna in den vergangenen zwölf Monaten genutzt, neun Millionen mehr als im Vorjahr. Die Zahl der angeschlossenen Händler wuchs um 54 Prozent auf über 1,2 Millionen.

Vom BNPL-Anbieter zum Alltags-Netzwerk

Bemerkenswert ist vor allem, womit Klarna wächst. Die Transaktionsmarge – Klarnas wichtigste Steuerungsgröße – legte mit 42 Prozent deutlich schneller zu als Umsatz und Volumen. Der Grund: Kunden nutzen Klarna für einen immer größeren Teil ihrer alltäglichen Ausgaben, der Umsatz pro aktivem Nutzer stieg um 24 Prozent. „Wir messen unseren Fortschritt in Transaktionsmargen-Dollars“, sagt CEO Sebastian Siemiatkowski.

Der auffälligste Treiber ist das Abo-Geschäft: Klarnas Membership-Programme zählen inzwischen zwei Millionen zahlende Abonnenten – achtmal so viele wie vor einem Jahr. Die Subscription-Erlöse wuchsen um mehr als 600 Prozent. Zusammen mit der Klarna Card, die auf 6,5 Millionen Nutzer kommt, verschiebt sich das Modell sichtbar: weg vom reinen Ratenkauf im Checkout, hin zum täglichen Finanzbegleiter – Klarna selbst spricht vom „Everyday Finance Network“.

Kreditqualität bleibt stabil

Wichtig für die Bewertung der BNPL-Kritiker: Die Kreditausfälle sinken relativ zum Volumen. Die Risikovorsorge lag bei 0,52 Prozent des GMV, nach 0,56 Prozent im Vorjahr. Das US-Geschäft, Klarnas wichtigster Wachstumsmarkt, legte beim Volumen um 27 Prozent zu.

Für das dritte Quartal kündigt das Management bewusst ein „Investitionsquartal“ an – mit Produktlaunches und Marketingausgaben, die dem Volumen vorauslaufen. Die Guidance: 35 bis 36 Milliarden Dollar GMV, 940 bis 980 Millionen Dollar Umsatz. Die Botschaft an die Börse ist trotzdem klar: Das Modell trägt sich – und Klarna will das Momentum nutzen, solange es läuft.