Felix Lobrecht wird zum Start-up-Investor

Felix Lobrecht hat mit Comedyshows, Podcasts und Modelabeln Millionen verdient. Jetzt wagt er erste Schritte als Start-up-Investor – und setzt mit etlichen anderen Prominenten aus der Sport- und Start-up-Welt auf ein Projekt eines ehemaligen „Höhle der Löwen“-Kandidaten.
Felix Lobrecht (36) weiß, wie man Schlagfertigkeit zu Geld macht. Rund um seine Hallentourneen hat er in den vergangenen Jahren ein Millionenimperium aufgebaut: mit eigenem Comedylabel, Stand-up-Club, Modemarke und lukrativen Mediendeals als Podcaster, Moderator und Buchautor. Jetzt expandiert Lobrecht in ein neues Feld – und engagiert sich erstmals als Start-up-Investor.
Nach Informationen von FinanceFWD beteiligt sich der Entertainer „im sechsstelligen Bereich“ am Padeltennis-Start-up Mitte von Seriengründer Bastian Krautwald (28). Der Deal kam offenbar aus persönlichem Interesse zustande. Lobrecht ist Sportfan, macht selbst regelmäßig Krafttraining und probiert auch Neues: Im vergangenen Jahr nahm er etwa an der Private-Equity-gestützten Promikickerliga „Baller League“ teil.
Padel, eine Mischung aus Tennis und Squash hinter Glaswänden, gilt als eine der am schnellsten wachsenden Rückschlagsportarten Europas. In Spanien und den Nordics sind Hallen Alltag, in deutschen Großstädten fehlt Fläche. Genau dort setzt Mitte an: boutique Clubs in zentralen Lagen, Buchung über App, Marke vor Beton. Krautwald, der unter anderem mit Bildungs- und Proptech-Vorhaben sowie einem Auftritt in der „Höhle der Löwen“ bekannt wurde, gründete das Unternehmen mit Laurén Schmidt und Sven Wissebach. Die Wette: Padel sei für den Freizeitsport, was Boutique-Fitness vor einem Jahrzehnt war – hohe Nachfrage, zersplittertes Angebot, noch keine dominante Konsumentenmarke.
Prominente Namen sollen genau diese Marke beschleunigen. Neben Lobrecht versammeln sich um Mitte weitere Investoren aus Sport und Start-up-Szene, darunter Athleten und Digitalunternehmer. Celebrity Capital ersetzt in solchen Runden oft den klassischen Venture-Lead: Reichweite gegen einen Scheck, der im Verhältnis zum Hallenbau klein ist, in der öffentlichen Wahrnehmung aber groß. Für Krautwald öffnet das Türen zu Standorten, Sponsoren und einer Zielgruppe, die Comedy-Podcasts hört und nach Feierabend spielen will. Für Lobrecht ist es ein sichtbares Asset, das zu seinem öffentlichen Bild als Berlin-Entertainer mit Hang zum Sport passt – näher an der eigenen Lebenswelt als ein anonymes SaaS-Investment.
Ökonomisch ist das Geschäft kapitalintensiv. Hallenmieten, Umbau, Courts und Betrieb binden Mittel, bevor Mitgliedschaften die Fixkosten tragen. Konkurrenten wie PadelCity haben bereits substanzielle Summen eingesammelt. Wer zu spät skaliert, zahlt höhere Mieten; wer zu früh zu viele Standorte öffnet, verbrennt Cash. Family Offices und Sportfonds, die in der KI-Welle keine Bewertungsfantasien mehr mitgehen wollen, finden in Backsteinen und Court-Stunden ein greifbareres Risiko. Genau dieser Shift – weg vom reinen Software-Multiple, hin zu betriebenen Locations – macht Padel für Promi-Angels anschlussfähig.
Dass ein Comedian, ein Seriengründer aus der „Höhle der Löwen“ und Sportprominenz dasselbe Pitch-Deck lesen, sagt mehr über den Kapitalmarkt 2025 als über Padel allein. Wer keine KI-Bewertung mehr mitgehen will, sucht Cashflow in Hallenmieten und Mitgliedschaften. Ob Mitte diese Rechnung trägt, bevor die nächste Sportmode weiterzieht, ist das unternehmerische Risiko – Lobrechts sechsstelliger Einstieg ist nur der sichtbare Anteil daran.
Ob aus Lobrechts erstem Start-up-Scheck mehr wird als ein gut erzähltes Nebeninvestment, entscheidet nicht die Baller League. Es entscheidet, ob Mitte Clubs füllt, ohne sich an Immobilien zu übernehmen, und ob die Marke trägt, wenn der erste Hype abebbt. Sechsstellig ist für den Comedian überschaubar, für ein Hallennetz der Samen. Die deutsche Gründerszene kennt genug Promi-Beteiligungen, die in der Pressemitteilung glänzten und operativ folgenlos blieben. Krautwald muss Courts bauen – in Städten, in denen Fläche knapp und Padel noch Erklärungsbedarf hat. Lobrecht muss, zum ersten Mal, wie ein Investor rechnen: nicht nur Reichweite beisteuern, sondern hinnehmen, dass Hallen länger brauchen als eine Tournee, bis sie Cashflow zeigen. In deutschen Städten ist Fläche knapp und Padel noch erklärungsbedürftig; Hallen brauchen länger als eine Comedy-Tournee, bis sie Cashflow zeigen.